Schenk den richtigen Leuten Vertrauen!
Shownotes
"Schenk den richtigen Leuten Vertrauen" – Dirk Wieland über Erfolg im Team, die collana Gruppe und den Aufbau einer IT-Holding
Gast: Dirk Wieland, CEO der collana Gruppe, Flensburg Host: Nicole Wehner, CMO der collana Gruppe und der MAC IT-Solutions GmbH
collana Gruppe: Europäische IT- und Digitalisierungsholding mit Sitz in Flensburg. Zehn spezialisierte Tochterunternehmen in den Bereichen ERP, eCommerce, Healthcare, Softwareentwicklung und Business Intelligence. Standorte in Deutschland, der Schweiz, Spanien, der Türkei und den USA.
Dirk Wieland ist seit über 20 Jahren in der IT. Aus einem Studium der Wirtschaftsinformatik wurde eine Karriere, die ihn als Geschäftsführer durch komplexe ERP-Projekte im E-Commerce und schließlich zum Aufbau der collana Gruppe geführt hat. In dieser Folge spricht er über das, was IT-Projekte wirklich erfolgreich macht, warum Vertrauen keine Schwäche ist und was "gemeinsam mehr möglich machen" jenseits von Marketing-Sprache tatsächlich bedeutet.
Themen und Kapitel
00:00 – Cold Open Dirks zentraler Satz für alle Entscheiderinnen und Entscheider: "Schenk den richtigen Leuten Vertrauen."
00:54 – Begrüßung und Einordnung Nicole stellt Dirk vor: Wirtschaftsinformatiker, langjähriger Geschäftsführer der MAC IT Solutions, seit 2020 CEO der collana Gruppe.
01:45 – Wie alles begann Von IBM-Systemen und Lochkarten im Elternhaus über ein Wirtschaftsinformatik-Studium bis zur MAC und dem E-Commerce-ERP-Markt.
02:23 – Was den E-Commerce-Markt so besonders macht Hoher Automatisierungsgrad, technische Komplexität und ein Preisdruck, der branchenfremd zu dieser Zeit war. Was Dirk an diesem Umfeld gereizt hat.
03:00 – Wenn Projekte in schwieriges Fahrwasser geraten Was passiert, wenn Nächte nicht reichen und der Kundendruck steigt? Dirk über die Momente, in denen alles ans Team hängt.
03:53 – Wer hat Dirk geprägt? Keine einzelne Person, sondern ein Team. Über kollektive Intelligenz, gemeinsames Finden und die Menschen, die in schwierigen Momenten Sicherheit gegeben haben.
04:57 – Warum der Wechsel zur collana? Ein Exkurs Der Schritt von der MAC zur collana Gruppe in 2020: Warum operative Beschäftigung oft den Blick auf das verstellt, was übermorgen wichtig wird. Und warum der Moment stimmte.
06:26 – Team mitnehmen bei Veränderung Nicht alle laufen sofort mit. Wie man Menschen mit unterschiedlicher Veränderungsbereitschaft einbindet – und warum Zurückhaltung auch ein Signal ist, das man ernst nehmen sollte.
07:59 – Der Aufbau der collana: Flickenteppich wird Fundament Ehrliche Einschätzung der ersten Jahre: viel Zufall, wenig Klarheit im Zielbild. Wie sich das gewandelt hat und was "Perlen tauchen" als Unternehmensphilosophie konkret bedeutet.
09:46 – Gestalten statt abwarten Die Grundentscheidung: Entwicklung als Chance begreifen, auch wenn sie sich zu schnell anfühlt. Warum es keine Alternative gibt, darauf zu warten, dass die Welt langsamer wird.
10:43 – Entscheiden unter Unsicherheit Wie Dirk erkennt, ob ein Team wirklich funktioniert. Ein konkretes Beispiel: eine kleine Gruppe, die in kurzer Zeit eine Tech-Stack-Entscheidung für die gesamte Gruppe trifft.
13:04 – Was "gemeinsam mehr möglich machen" wirklich bedeutet Aus einer Marketingformel ist ein gelebtes Prinzip geworden: unterschiedliche Perspektiven, unterschiedliches Branchen-Knowhow, mehr unternehmerische Souveränität.
15:34 – Impulse setzen, Freiheit lassen Wie Veränderung entsteht: nicht durch Anweisung, sondern durch den richtigen Impuls zur richtigen Zeit beim richtigen Menschen.
18:08 – "Schenk den richtigen Leuten Vertrauen" Dirks Kernaussage, diesmal im vollen Kontext: Warum Commitment der Führung der entscheidende Faktor für Projekterfolg ist und was politisches Projektmanagement stattdessen anrichtet.
20:53 – Vom Macher zum Gestalter Was sich verändert hat, seit Dirk als Group CEO mehr Abstand vom Tagesgeschäft hat: mehr Impulse, mehr Überblick, aber auch der Verlust eines Gefühls – das konkrete Erleben, wenn ein Projekt wirklich gelingt.
23:17 – Was Dirk gewonnen und was er vermisst E-Commerce-ERP war die Blase. Healthcare in der Schweiz, Energieprojekte in Dresden: Was es bedeutet, aus dieser Blase herauszutreten.
25:36 – Rapid-Fire-Runde ERP in einem Wort, das größte Missverständnis über KI im Mittelstand, und was Dirk gerade liest.
28:27 – Take-Away für die Zuhörenden Geschäftskritische Prozesse zu hinterfragen ist keine Bedrohung, sondern die eigentliche Aufgabe. Und: das eigene Alleinstellungsmerkmal konsequent entwickeln.
Links und Erwähnungen
collana Gruppe: https://www.collana.com
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn du jetzt einen Satz sagen dürftest, der in den Chefetagen der Unternehmen ankommen sollte.
00:00:07: Die unsere Software einsetzen welcher Satz wäre das?
00:00:11: Schenk den richtigen Leuten Vertrauen!
00:00:13: Das wäre mein Satz weil du kannst es nur anschieben Du kannst es gar nicht selbst gestalten In einem mittelständischen Unternehmen.
00:00:24: Du musst die richtigen Leute an den richten Stellen motivieren die richtige Dinge zu tun und sich zu trauen, und auch tolerieren, wenn das mal vielleicht nicht so hundertprozentig klappt.
00:00:35: Aber hinterher sind wir immer alle schlauer.
00:00:36: Hinterher wissen wir auch was war richtig, was war falsch.
00:00:39: Aber Vertrauen schenken, das richtige Team finden, das ist es, nur so funktioniert es.
00:00:45: Und dahinter stehen, da darf kein Blatt dazwischen.
00:00:54: Ja, hallo zusammen und herzlich willkommen bei unserer Folge CoreShift by collana, dem Tech-Podcast für Digitalisierung, KI und Transformation.
00:01:05: Und wer könnte da der bessere Gesprächspartner sein als Dirk Wieland, CEO von der collana Gruppe?
00:01:12: Herzlich willkommen, Dirk.
00:01:13: Ich freue mich, dass du da bist. Und Dirk hat jede Menge Erfahrung mitgebracht.
00:01:18: Der ist nämlich seit weit über zwanzig Jahren in der IT, hat das sogar mal studiert, ist aber relativ schnell dann Geschäftsführer der MAC geworden auch einem großen Unternehmen für ERP-Systeme im E-Commerce Und hat das viele Jahre maßgeblich mit geprägt.
00:01:39: Ja und Dirk, sag mal ein paar Worte zu dir.
00:01:42: Wie bist du eigentlich in der IT gelandet?
00:01:45: Vielen Dank für die Einladung, Nicole!
00:01:47: Das ist immer eine gute Frage.
00:01:48: Wie bin ich da gelandet?
00:01:49: Ich glaube ganz von Anfang an weil mein Vater was mit IT gemacht hat, damals noch mit irgendwelchen IBM-Systemen und Lochkarten, solchen Themen, und konnte ich mich denn nie freimachen.
00:01:59: Dann habe ich Wirtschaftsinformatik studiert.
00:02:02: Dort habe ich in anderen Bereichen gearbeitet und das sich dann etwas selters dreißig war, bin ich bei der MRC gelandet.
00:02:06: Und von der Pike auf mal gelernt, was man so... was so echte IT heißt.
00:02:12: Aber was hat dich denn da so animiert
00:02:14: bei der MAC? Die MAC wirklich zu einem der relevanten ERP-Anbieter im E-Commerce Markt auszubauen?
00:02:23: Die MAC war von Anfang an im Bereich, damals hieß es Versandhandel, heute E-commerce tätig und das ist ein super super spannendes Umfeld. Technisch komplex, hoher Automatisierungsgrad und viel mehr Automatisierung zu einem früheren Zeitpunkt, als das in anderen Branchen der Fall war.
00:02:40: Ich kam damals aus einer Zeit, da gab es noch so einen Otto-Katalog und die Preise am Anfang des Jahres waren gleich wie am Ende des Jahres. Dinge, die heute völlig undenkbar
00:02:48: sind!
00:02:49: Ja, das stimmt!
00:02:50: Da hat sich einiges geändert... Und gab das denn auch mal einen Moment wo du gedacht hast, boah, dass wird nie funktionieren
00:02:58: was wir jetzt machen?
00:03:00: Ja, das... Komplexe Projekte haben Höhen und Tiefen.
00:03:05: Und da gab es auch Momente, wo du dachtest: Mist wir sitzen hier zusammen, die Zeit reicht nicht nachts aus um die die Kommissionierbelege fertig zu kriegen, damit die Leute morgens arbeiten können.
00:03:15: Und da stehst du da und denkst, irgendwie wenn ich ganz viele Millisekunden addiere kommt trotzdem noch eine große Zahl an Stunden raus. Ja dann kommt's aufs Team drauf an und da muss ich meistens an die Wurzeln zurück und habe ein konzeptionelles Thema, an dem ich arbeiten muss und das eben unter, ja, unter einem großen Kundendruck.
00:03:31: Und das waren so Momente, wo man sich dann selbst hilflos fühlt, weil man kann das nicht alleine machen.
00:03:35: Man braucht einfach tolle Menschen, coole Menschen die kreativ sind.
00:03:40: Ja!
00:03:41: Und gab es denn einen besonderen Menschen, wo du jetzt sagen würdest, der hat dich geprägt oder hat ganz früh an dich geglaubt?
00:03:53: Also so den einen Menschen gab das nicht.
00:03:57: In meiner Welt ist es immer eine Gemeinschaftsaufgabe, das ist immer etwas, wo jeder mit seinen persönlichen besonderen Fähigkeiten sich einbringen muss.
00:04:05: Und Gerade damals bei der MAC, wie sich das gefunden hat.
00:04:08: Wir saßen da am neuen Markt mit der Datasave AG wo ja die MAC draus hervorgegangen ist, und wir alle sehr hilflos waren und uns erstmal finden mussten. Und das hat nur gemeinsam funktioniert.
00:04:18: Und da war es einfach ein Team von einigen Menschen, und ich möchte da gar keinen herausheben, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten einfach da waren und mir auch die fachliche Unterstützung gegeben haben und auch die Sicherheit gegeben haben,
00:04:31: wir kriegen alles irgendwie hin, wir kriegen es hin.
00:04:33: Wir müssen reden, wir müssen den Kunden mitnehmen, wir müssen Prozesse verstehen – dann wird am Ende auch alles wieder gut.
00:04:38: Und dazwischen gibt's eben Phasen von Missverständnissen, die oftmals ja auch in der Komplexität begründet sind, weil hinter der nächsten Ecke gibt es ganz oft eine nächste Ecke und das macht Branche aus, das macht Branchenwissen aus.
00:04:52: Das haben wir viele, viele Jahre entwickelt und jetzt eben auch ergänzt durch die gesamte Gruppe.
00:04:57: Ja, genau das ist eigentlich schon mal eine super Überleitung.
00:05:01: Du hättest es ja auch einfach weitermachen können.
00:05:04: Also die MAC war ja erfolgreich, du warst erfolgreich.
00:05:08: Du hättest einfach super locker weiter MAC-CEO bleiben können.
00:05:14: Aber was hat dich denn getrieben oder was hat diese Entscheidung ausgelöst in 2020 zu sagen:
00:05:21: Ich gehe jetzt mal den nächsten Schritt Richtung collana?
00:05:24: Viele der älteren Kolleginnen und Kollegen bei der MAC wissen das noch, ich hab immer in den Meetings, in den Townhalls vor denen gestanden und gesagt: Die Welt ist so schnell, die ist so dynamisch,
00:05:34: gemeinsam haben wir zwar eine gewisse Schwarmintelligenz, aber das reicht einfach nicht aus, um den Kunden komplett zu betreuen.
00:05:40: Und der Wunsch war immer, nicht nur in dem Kerngebiet von uns was zu machen, sondern das auszubauen, zu erweitern.
00:05:46: Und wenn du immer genug Projekte hast, operativ beschäftigt bist, dann fehlt oft der Freiraum, sich genau um die Themen zu kümmern, von denen du überzeugt bist, dass die übermorgen wichtig werden, weil du immer wieder in dem Tagesgeschäft, in den Projekten bleibst.
00:06:00: Und da war das eine riesige Chance, auch mit meiner persönlichen Lebenssituation – alle Kinder aus dem Haus – zu sagen, so jetzt müssen wir es mal Realität werden lassen und schauen: Wie kriegt man das aufgebaut?
00:06:11: Wie kriegt man das ergänzt?
00:06:13: Und wie findet man noch mehr tolle Menschen, die viel Spaß daran haben erfolgreich Projekte umzusetzen?
00:06:19: Und war das denn einfach, das Team mitzunehmen da an der Stelle?
00:06:26: Ganz klares Jein.
00:06:27: Also einige laufen mit und haben viel Spaß auf Neues und sagen, das sind Riesenchancen, die entstehen.
00:06:33: Und andere sind etwas zurückhaltend was Veränderungen angeht und möchten lieber im Hier und Jetzt und in dem Gewohnten bleiben. Aber in dem, was wir tun und was wir machen und wie schnell sich die Welt gerade im IT-Umfeld entwickelt,
00:06:46: da gibt es diesen Stillstand ja nicht.
00:06:48: Du musst immer schauen, wie kriege ich die Leute mitgenommen, motiviert, die Spaß dran haben, die vielleicht einen kleinen Schubser brauchen, die vielleicht zwei drei Erklärungen mehr brauchen, die in die Teams mit aufzunehmen und einfach teilhaben zu lassen.
00:07:00: Und natürlich muss man auch zuhören, also nur weil jemand nicht gleich hinterherläuft, heißt es ja nicht, dass es nicht einen Grund gibt, warum das so passiert.
00:07:09: Oder am Ende geht's wieder darum etwas Neues zu gestalten, etwas aus den Unterschiedlichkeiten aufzubauen,
00:07:15: was besser ist, als die Einzelteile.
00:07:16: Das klingt immer bisschen blöd,
00:07:19: zwei und zwei ist dann auf einmal fünf –
00:07:20: ist es natürlich nicht.
00:07:22: Aber es gibt natürlich neue Chancen, die man daraus entwickeln kann und neue Impulse, die man kriegt.
00:07:27: Und das ist tatsächlich das Reizvolle daran!
00:07:31: Okay, zwei und zwei sind vielleicht nicht immer fünf,
00:07:34: aber die collana ist in den letzten Jahren von Anfangs hundertfünfzig Mitarbeitenden bei der MAC jetzt auf über fünfhundert gewachsen.
00:07:43: Das ist ja auch eine rasante Entwicklung in den Letzten fünf Jahren.
00:07:47: Und gibt es da irgendwie was,
00:07:49: was dich total positiv überrascht hat jetzt an einer der neuen Akquisitionen, einer der neuen Gesellschaften?
00:08:00: Das Bild hat sich gefunden.
00:08:01: Beim Aufbau einer Buy-and-Build-Plattform ist das Zielbild ja am Anfang gar nicht klar, alle tun zwar so, als wäre das ganz logisch, aber ganz am Ende ist da sehr viel Zufall dabei: Wen gelingt es davon zu überzeugen, dass der Weg mit der collana ein guter Weg ist, sich auch zu beteiligen und es sind ja nicht die, die du dir in einer logischen Reihenfolge wünschen würdest, sondern das ist das, was der Markt manchmal oder die Situation oder das Momentum gerade hergibt.
00:08:27: Und die ersten Jahre waren super zäh und das war ein Flickenteppich, der da war.
00:08:32: Den man sich zwar ein bisschen schön geredet hat, weil man muss ja Leute mitnehmen und Geschichten erzählen dazu, warum das überhaupt sinnvoll ist.
00:08:38: Jetzt ist es durch die letzten Perlen, die dazugekommen sind, einfach eine runde Geschichte geworden.
00:08:43: Wir ergänzen uns tatsächlich.
00:08:44: Wir haben ganz viele junge Menschen dazugewonnen, wir haben komplexe ERP-Systeme dabei.
00:08:50: Und ich merke, wenn wir uns zweimal im Jahr mit dem Management treffen, wie viele Persönlichkeiten einfach Spaß haben, miteinander Dinge zu entdecken und zusammenzuarbeiten und mitzunehmen und Vertrauen aufgebaut haben.
00:09:02: Das ist das, wo ich jetzt das Gefühl habe,
00:09:05: wir sind bei weitem noch nicht am Ziel, aber wir haben ein tolles Fundament, wo wir auch jetzt die Marke nach außen tragen können und als collana im Markt aktiv werden können.
00:09:14: Das wäre vor zwei Jahren unmöglich gewesen.
00:09:16: Da war alles noch ein bisschen kleinteiliger und nun entwickelt sich wirklich ein tolles Momentum, was auch insbesondere jetzt ja gerade notwendig ist mit den Herausforderungen, die jetzt über uns gerade mal so gefühlt hereinbrechen.
00:09:31: Ja, aber wenn ich dir zuhöre, dann heißt das ja im Prinzip auch, vor fünf Jahren konnte man jetzt nicht sagen: Wir sind dann genau da, sondern das ist einfach etwas, was sich entwickelt, weil sich einfach auch der Markt und die Gesellschaft draußen so rasant entwickelt
00:09:44: zur Zeit.
00:09:46: Ja, und die Möglichkeiten sind ja unvorstellbar groß geworden.
00:09:49: Und die Entscheidung ist sehr simpel.
00:09:53: Gestalte ich und entwickle mich und sehe es als Chance auch wenn ich das manchmal natürlich als Bedrohung empfinde und mir das zu schnell geht und ich gerne ein bisschen den Fuß vorm Gas nehmen würde.
00:10:02: Aber das kann ich schlichtweg nicht beeinflussen.
00:10:04: Also geht es darum, das zu gestalten, die richtigen Leute in die Verantwortung zu bringen, denen die Entscheidungen zu überlassen. die sie oftmals viel besser treffen können als jemand mit einem großen Abstand vom operativen Geschäft.
00:10:15: Und da ist die große Chance, schnell zu sein und zuzulassen,
00:10:20: dass man Fehler macht in den Entscheidungen, die aber schnell korrigiert und dass die richtigen Experten in kleinen Gruppen die Entscheidung treffen, die vielleicht Auswirkungen für eine ganze Gruppe haben.
00:10:30: Aber wir haben heute nicht mehr die Zeit sagen, ich diskutiere das, ich hol jeden ab oder ähnliches, sondern müssen gegenseitig das Vertrauen schenken, dass die nach bestem Wissen und Gewissen mit mehr Wissen als ich es zum Beispiel selbst habe, die richtige Entscheidung treffen.
00:10:41: Und dazu müssen wir alle stehen!
00:10:43: Und wie ist das denn für dich:
00:10:46: Du hast es ja gerade selber schon angesprochen –
00:10:48: das Thema Unsicherheiten, die gibt's ja immer wieder.
00:10:51: Was hilft dir denn dabei?
00:10:53: Oder wie entscheidest du unter Unsicherheit?
00:10:56: Oder wie erkennst du, ob jetzt ein Team tatsächlich wirklich funktioniert oder nicht?
00:11:01: Hattest du da so einen kleinen Hebel oder...
00:11:05: Also ich hab jetzt ein ganz spannendes Momentum in einem Team, ein kleiner Teams-Chat, den wir gerade diskutieren und entschieden haben, wie unser TechStack für die Zukunft, für die nähere Zukunft von den nächsten zwei drei Monaten, überhaupt aussieht. Und in welcher Dynamik das geschehen ist,
00:11:21: wie man sich ausgetauscht hat, wie ganz unterschiedliche Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Business-Modellen zusammengekommen sind und aufeinander Rücksicht genommen haben und gesagt haben:
00:11:29: Ok, wir können es tun, wir starten damit und passen es einfach laufend
00:11:31: an.
00:11:32: Das war ein Moment wo ich festgestellt habe, dass man nicht immer nur Zettel kleben muss und große Strategien braucht, sondern dass man heute oder gerade im Moment oftmals sehr kleinteilig ausprobiert, schnell versucht zu sein, die Leute mitzunehmen. Und auch so die echten Führungskräfte, nicht die den Titel haben, sondern die wirklich respektiert werden von den Kolleginnen und Kollegen,
00:11:52: dass man die mitnimmt, weil die tragen das in die Organisation,
00:11:54: die schaffen das, die Begeisterung zu entfachen, die ich zwar in einer Townhall auch versprühen kann, aber die für die meisten Leute gar nicht so ganz relevant ist, weil dafür bin ich schlichtweg zu weit weg.
00:12:04: Aber wenn der Kollege A sagt, das ist geil, da hast du dies und jenes, komm ich guck dir mal über die Schulter, wir machen's gemeinsam, dann entsteht ein echter Mehrwert und dann entsteht auch sukzessive genau die Dynamik, die du brauchst, um alles zu verändern was eben erforderlich ist, damit wir auch noch in einem Jahr, zwei oder fünf Jahren noch weit vorne sind und vor der Welle surfen.
00:12:24: Und hinter dem Steuerrad sitzen.
00:12:25: Also du darfst nicht zulassen dass andere Entscheidungen treffen,
00:12:28: du musst die selbst treffen!
00:12:29: Du musst sie gemeinsam mit den richtigen Menschen treffen und eben akzeptieren, dass es mal daneben geht. Also nur, weil ich eine Entscheidung treffe, ist sie ja nicht richtig oder besser, sondern die wird vielleicht nicht so diskutiert.
00:12:40: Aber das Gemeinsame, aber wirklich in kleinen Gruppen schnell zu sein, ist das was mir momentan wahnsinnig Spaß macht.
00:12:46: Und das war manchmal... In so einem ERP-Thema ist es manchmal alles ein bisschen komplexer.
00:12:50: Da muss man auf viel mehr Dinge Rücksicht nehmen und so weiter und so fort. Und da
00:12:53: geht's jetzt gerade mal nicht um Kunden,
00:12:55: da geht es schlichtweg darum, die collana fit zu machen oder noch fitter zu machen für das, was die nächsten Monate auf uns zukommt.
00:13:04: Und als wir die collana gegründet haben und so die ersten Workshops miteinander hatten, auch mit den einzelnen Gesellschaften, da war ja mal unsere Ursprungsidee tatsächlich zu sagen, wir wollen gemeinsam mehr möglich machen.
00:13:19: Das klingt erstmal ganz nett, aber was heißt das denn für dich wirklich im Alltag?
00:13:24: Also jetzt jenseits von einer Hochglanzbroschüre oder einer Folie oder so?
00:13:29: Das ist ganz spannend, dieses "Gemeinsam mehr möglich machen",
00:13:31: das kam ein wenig aus Marketing. Wie erkläre ich jetzt, warum es eine Gruppe gibt und warum das toll ist, und warum das auch für andere und für die Kolleginnen und Kollegen schlau ist.
00:13:40: Und es ist wirklich zu so einem echten Sprichwort geworden.
00:13:43: Wir machen gemeinsam mehr möglich, weil wir Menschen zusammenbringen, die unterschiedliche Perspektiven haben, auf Projekte oder auf Themen wahrnehmen, die einen anderen Fokus reinbringen.
00:13:56: Damit wird tatsächlich gemeinsam mehr möglich und nicht nur aus der in Anführungszeichen kleinen MAC, sondern auch mit dem Wissen, was was draußen in der Welt rund um Automatisierung in anderen Bereichen passiert, was mit anderen Technologien passiert,
00:14:08: was mit Open Source passiert.
00:14:10: Als klassisches Microsoft-Haus schadet es trotzdem nicht, zu gucken, wie ich eine gewisse Souveränität mit meinen Lösungen und meinen Daten erreichen kann.
00:14:17: Ich muss es einfach gerade heutzutage immer im Hinterkopf behalten, was wäre, wenn das eben sich nicht so entwickelt, wie wir das gerne hätten.
00:14:24: Und dann muss man eben ein gewisses Selbstbewusstsein haben, um dann auch frei entscheiden zu können.
00:14:28: Und dadurch wird einfach gemeinsam mehr möglich, weil wir viel, viel mehr Menschen haben, die ein fantastisches Wissen haben, die so viel unterschiedliche Erfahrungen haben. Und die zusammenzubringen, in die gleiche Richtung zu rudern oder auf die gemeinsame Reise zu gehen,
00:14:42: das ist eigentlich das, was mir viel Freude macht. Das ist natürlich zwischendurch... Zwischen Flohzirkus und sehr strukturiert erlebt man da gerade mal alles. Und unterschiedliche Persönlichkeiten, die alle erfolgreiche Unternehmer und Unternehmerinnen sind, die haben natürlich auch ihren Kopf. Und das miteinander weitestgehend harmonisch zu gestalten, ist einfach eine riesige Chance und ein Riesenglück, dass ich das darf.
00:15:06: Ja, da braucht es aber auch immer von den jeweiligen Protagonisten...
00:15:10: Die müssen ja auch irgendwo ein gewisses Mindset haben, dass man bereit ist zu sagen, okay ich verstehe vielleicht auch, dass die Welt nicht nur so funktioniert, wie ich das in meiner bisherigen Branche oder meiner bisherigen Ausrichtung kenne, sondern da braucht's dann ja die Offenheit auch anderen zuzuhören und vielleicht auch mal zu akzeptieren, dass es neue Wege gibt, könnte ich mir vorstellen
00:15:33: Ja, absolut! Und die Impulse zu setzen.
00:15:36: Und klar ist man bei bestimmten Dingen ungeduldig, weil man glaubt, die müssten... oder überzeugt ist dass es schneller geht, aber an den richtigen Stellen die richtigen Impulse bei dem richtigen Menschen gesetzt –
00:15:47: irgendwann blüht das Pflänzchen trotzdem, auch wenn man dachte, oh, das wird gerade nichts oder das geht gar nicht voran und irgendwann kommt aus einer ungeahnten Ecke, kommen dann auf einmal Anwendungsfälle, schon gemeinsam mit Kunden getestet, die von alleine nie entstanden wären. Und das ist eben ein Miteinander und dass jeder das einbringt, was er am besten kann.
00:16:07: Und akzeptiert, dass es einfach Dinge gibt, die er nicht kann.
00:16:09: Ich kann nicht programmieren – mehr.
00:16:11: Hab ich früher mal kurz gemacht, festgestellt ich habe andere Talente, hoffentlich.
00:16:15: Aber wir machen das ja schon so viele Jahre gestalten wir das zusammen mit allen Höhen und Tiefen, die nun mal dazugehören... Ich bin ja von meiner Persönlichkeit eher einer, für den das Glas per se halb voll sein muss.
00:16:31: Und wenn es halb leer ist... mit Menschen, die immer nur Risiken sehen und nie die Chancen,
00:16:37: und das regnet garantiert morgen,
00:16:38: damit habe ich ... Mit den Menschen habe ich Herausforderungen.
00:16:41: Wenn man die nicht bewegt und die Euphorie entfacht und... dadurch entsteht ja eine Kreativität.
00:16:46: Wenn ich nach vorne denke, wenn ich impulsiv bin, dann passieren ganz tolle Sachen miteinander. Und die passieren ja nicht, wenn man sagt, ja, wenn wir dies machen, passiert das,
00:16:55: da musst du überlegen und wenn der nicht mit will, was machen wir dann?
00:16:58: Wenn wir keinen Kunden finden.
00:17:02: Ja, wir haben Dinge gebaut, die hätten wir mit Kundenunterstützung nie gebaut.
00:17:06: Auch das haben wir aber gelernt, dass es nicht schlecht ist, mal mit einem Kunden zu reden bevor man etwas an Software baut von dem man überzeugt ist, dass die ganze Welt es braucht, um dann festzustellen, dass die Welt leider was anderes möchte.
00:17:16: Das erlebt man dabei und trotzdem lernst du aus all diesen Dingen ja was. Und das ist ja das, was spannend ist.
00:17:22: Wie kriege ich das ins echte Leben oder auch in die Umwelt und das Umfeld unserer Gruppe umgesetzt?
00:17:30: Ich glaube auch, dass wir mit der Art, wie wir Unternehmen suchen oder Perlen suchen und wie wir nach Perlen tauchen, dass wir damit bestimmte Charaktere auch nicht ansprechen. Und die lassen wir vielleicht auch gar nicht in unser Umfeld und andere wiederum holen wir genau damit ab, dass wir eine unternehmerische Freiheit lassen.
00:17:50: Dass wir diese Selbstverantwortung sehen und dass wir nicht die Arroganz haben, zu wissen, wie man es besser macht.
00:17:56: Wir können Strukturen schaffen, wir können eine grobe Richtung vorgeben, aber die echte Arbeit, die echte Wertschöpfung findet ja in den Perlen statt und wird ja geprägt von den Persönlichkeiten, die Freude am Erfolg haben.
00:18:08: Und wenn man jetzt nochmal einen Schritt zurückgeht und... Du bist ja wirklich jemand, du hast zwanzig Jahre Erfahrung in der Praxis in Digitalisierungsprojekten.
00:18:20: Du hast sie als CEO begleitet, du hast in Lenkungsausschüssen gesessen, du hast gerade schon die Geschichten erzählt, dass dann nachts die Belegzeilen plötzlich verschwunden waren. Wenn du jetzt einen Satz sagen dürftest, der in den Chefetagen der Unternehmen ankommen sollte, die unsere Software einsetzen.
00:18:40: Welcher Satz wäre das?
00:18:42: Schenk den richtigen Leuten Vertrauen – das wäre mein Satz!
00:18:46: Weil du kannst es nur anschieben... Du kannst es gar nicht selbst gestalten in einem mittelständischen Unternehmen.
00:18:55: Du musst die richtigen Leute an den richten Stellen motivieren, die richtigen Dinge zu tun und sich zu trauen.
00:19:01: Und auch tolerieren wenn das eben mal vielleicht nicht so hundertprozentig klappt.
00:19:06: Aber hinterher sind wir ja immer alle schlauer.
00:19:07: Hinterher wissen wir auch, was war richtig und was war falsch.
00:19:10: Aber Vertrauen schenken, das richtige Team finden, dass ist es. Nur so funktioniert es.
00:19:16: Und dahinter stehen. Da darf kein Blatt dazwischen.
00:19:21: Erfordert natürlich viel persönlichen Mut und Kraft, sich dann nicht hinter irgendwelchen Zahlen zu verstecken, sondern wirklich das Herz in die Hand zu nehmen und sich zu sagen:
00:19:35: Ja, da stehe ich hinter dem Team.
00:19:37: Wir haben so viele Projekte gesehen: Da, wo das Commitment der Inhaber oder der Geschäftsführung wirklich da war und die Leute sich trauen durften –
00:19:48: da hat das super funktioniert.
00:19:50: Wo es dann manchmal sehr "konzernig" oder sehr politisch wurde... Das sind Projekten, die haben wir selten in der Qualität abliefern können, in der es normalerweise möglich gewesen wäre, weil's dann eben politisch wird.
00:20:04: Wir haben ja alle das gleiche Ziel, wir wollen ein erfolgreiches Projekt abliefern.
00:20:08: Dass auch tatsächlich den Business Case unterstützt mit dem der Kunde zu uns gekommen ist und die Leute... es helfen da
00:20:15: keine Leute, die denken, dass ihre Leute so arbeiten, sondern du musst mit denen Leuten reden, die wissen wie's geht und insbesondere die wissen, wie es auch besser geht.
00:20:22: Dann willst bei einem Systemwechsel, als Beispiel, willst Du nicht das Altsystem nachbauen, nur damit du eine andere Technologie hast, sondern du möchtest ja nach vorne gucken.
00:20:30: Du möchtest ja von den Branchenfeatures profitieren, mit denen anderen erfolgreich sind.
00:20:33: Das ist ja das, was du möchtest.
00:20:35: Und da hast du doch gar keine Zeit, das selbst zu tun.
00:20:38: Du kannst dich in einen Lenkungsausschuss setzen, um ein Gefühl zu haben und an der einen oder anderen Ecke auch besser zu verstehen, warum ein Projekt mal hier oder da nicht so richtig funktioniert oder besser funktionieren könnte,
00:20:47: wo du unterstützen kannst, aber die die Leute wissen, wie es wirklich geht, sind die, die einfach entscheiden sollen.
00:20:53: Ja, vielen Dank, sehr inspirierend! Aber nochmal zurück zu dir.
00:20:58: Wenn du jetzt mal so auf dich guckst und sagst, okay welche Fähigkeiten habe ich eigentlich heute,
00:21:05: die heute für mich so selbstverständlich sind, und wenn ich jetzt irgendwie mal zehn, fünfzehn Jahre zurückgucke was ist mir denn da schwer gefallen?
00:21:13: Gibt es da etwas was dir einfällt?
00:21:17: Also bestimmt was...was mir heute leichter fällt.
00:21:21: Also ich bin heute... traue mehr meinen Impulsen. Und bin eben so weit weg auch vom Tagesgeschäft, dass ich Dinge denken kann, die im Tagesgeschäfte vielleicht nicht möglich sind.
00:21:33: Oder heute nicht möglich sind.
00:21:34: Und wenn du in der operativen Mühle bist oder in der operativen Gestaltung einer Organisation, dann hast du einfach einen eingeschränkten Blick. Und der ist auch völlig in Ordnung und er kann noch gar nicht anders sein, weil du sehr stark im Unternehmen arbeitest und oft zu wenig am Unternehmen.
00:21:50: Weil das Tagesgeschäft nur das Tagesgeschäft ist und du Geld verdienen möchtest, erfolgreich sein möchtest, Du möchtest deinen Leuten vernünftige Gehälter zahlen –
00:21:57: Alles das gehört dazu so.
00:21:59: Das hat sich bei mir verändert dadurch, dass ich jetzt als Group CEO der collana für die Entwicklung und auch die Strategie mehr verantwortlich bin,
00:22:06: hat sich das natürlich verändert.
00:22:07: Ich kann heute Dinge denken und sicherlich auch teilweise durchsetzen, die ich als Geschäftsführer der MAC so nicht getan hätte.
00:22:15: Und das ist etwas, was natürlich einem wirklich auch Spaß macht und natürlich muss man zuhören.
00:22:24: Man muss offen sein. Nur weil ich eine Idee habe oder mit einem Impuls aus einer Konferenz zurückkomme, heißt es noch lange nicht, dass es gut ist und dass es im Kontext auch funktioniert.
00:22:33: Aber es bewegt was und es müssen ja auch nicht immer hundert Prozent sein.
00:22:37: Manchmal reicht ja, die Richtung anzuschieben, ein Bewusstsein zu wecken, dass die Welt jetzt nicht zu Ende ist mit Microsoft Dynamics, sondern dass es darüber hinaus Dinge gibt, und dass wir uns damit beschäftigen müssen und dass wir an den Architektursystemen weiterarbeiten müssen.
00:22:52: Das sind alles Dinge die die dann operativ umsetzen können.
00:22:54: Aber wenn du nicht diese Impulse setzt und sagst, halt, wir müssen aufpassen, wir müssen schnell sein, wir müssen gut bleiben, wir müssen auch den Menschen respektieren, der jetzt Angst hat bei dem, was da vielleicht passiert, und dem das Vertrauen geben.
00:23:06: Aber auch sehr klar, dass die Zeit eben etwas schneller rennt als vorher und dass man sich vielleicht doch etwas schneller entscheiden muss, auf welcher Seite der Geschichte man weitermachen möchte.
00:23:17: Ja, interessant.
00:23:18: Du hast das gerade selbst schon gesagt quasi, du bist ja so ein stückweit vom Macher zum Gestalter geworden, jetzt als Gruppenarchitekt der collana.
00:23:27: Hast du da das Gefühl, du hast irgendwas dazu gewonnen oder vielleicht irgendwas verloren auch?
00:23:34: Also gewonnen habe ich natürlich viele, viele, viele Impulse und viele andere Menschen, die ich kennenlernen durfte darüber, das... also aus meiner ERP-Blase für E-Commerce aussteigen zu können und andere Dinge festzustellen oder kennenzulernen wie den Gesundheitsmarkt in der Schweiz.
00:23:49: Oder wie rund um Dresden Projekte funktionieren, die sehr stark auf jetzt den Energiesektor zugeschnitten sind,
00:23:55: das ist sehr spannend.
00:23:56: Was ich natürlich vermisse, ist dieses Ärmel hoch und in den Projekten stecken, die Erfolge wirklich konkret mitzuerleben.
00:24:03: Und dieses Gefühl, wenn ein Projekt, was in den Echtstart geht und was anstrengend ist, wo man nicht jeden Edge Case bedacht hat,
00:24:10: wenn das hinterher ein ruhiges Fahrwasser kommt, wenn man viel gearbeitet hatte, und man merkt boah, jetzt ist es echt geil und alle sind zufrieden
00:24:16: und das haben wir richtig cool alle zusammen geschafft –
00:24:19: dieses Momentum gibt es nicht mehr.
00:24:22: Weil das entsteht aus der Situation, aus dem Projekt heraus.
00:24:27: Und wenn du ein Unternehmen... wenn du beim Signing oder beim Closing bist, das ist ein toller Moment.
00:24:33: Aber dann fängt die Arbeit und die Gestaltung ja erst an.
00:24:36: Das ist wie: Die Akquisephase ist beendet, der Vertrag ist unterzeichnet und dann geht's los.
00:24:41: Das wiederum ist dann vielfältig gar nicht mehr so sehr bei mir,
00:24:45: wenn die entsprechenden Kontakte da und das Netzwerk aufgebaut ist, unsere Formate funktionieren, dann übernehmen ja alle anderen tollen Menschen im Management auch und auch in den Projekten die Zusammenarbeit.
00:24:58: Und dieser Moment, der fehlt natürlich.
00:25:00: Also das ist einfach der Preis, den man dann wahrscheinlich auch zahlen muss, dass man zu weit weg ist von dem echten Leben.
00:25:09: Und das fehlt dann auch.
00:25:11: Wie erdet man sich da noch?
00:25:13: Das ist wahrscheinlich jetzt das nächste, wo ich sage: Wie komme ich denn wieder zurück?
00:25:18: Zu denen. Was beschäftigt die Menschen wirklich?
00:25:21: Was ist wirklich wichtig und wie bauen wir das weiter in unserer Gruppe, dass wir ja noch mehr zusammenfinden,
00:25:29: die Leute sich besser kennenlernen und mehr Spaß miteinander haben.
00:25:32: So das ist das, was jetzt der nächste Entwicklungsschritt auch der collana sein muss.
00:25:36: Ja, ich habe es auch gerade gedacht:
00:25:37: Vielleicht ist das ja auch ein guter Impuls, einfach mal zu sagen wir müssen uns einfach Punkte suchen und die finden, die wir dann eben auch feiern können, also wie einen erfolgreichen ERP-Echtstart oder so, weil die gibt es ja ganz ganz sicher in den zahlreichen Schritten.
00:25:52: Die sind vielleicht nicht ganz so plakativ, aber ich kann mir gut vorstellen, dass wir da was finden.
00:26:00: Aber wenn du jetzt beides nicht wärest, weder
00:26:04: MAC
00:26:04: CEO
00:26:05: noch collana CEO
00:26:06: wärst, wenn du gar nicht in der IT wärst, was würdest du denn stattdessen machen?
00:26:10: Ich würde auf jeden Fall etwas mit Menschen machen.
00:26:13: Das ist... Mir macht das wahnsinnig viel Freude mit Menschen Dinge zu entwickeln und zu gestalten.
00:26:18: Und das ist nun zufällig IT geworden, weil letztlich damals die Frage war, was mache ich dann,
00:26:24: da sind wir oft in die Richtung unserer Eltern gelaufen, mit dem was wir tun.
00:26:29: Wir hatten nicht den Blumenstrauß an Möglichkeiten, da war das ziemlich klar, in welche Richtung man geht. Und deswegen ist es vielleicht auch ein bisschen Zufall, dass ich da gelandet bin.
00:26:37: Oder aus der damaligen gesellschaftlichen Situation und Sozialisierung ist das eben... oder Sozialisation...
00:26:41: Ist das eben entstanden.
00:26:43: Aber ich würde immer gerne gestalten wollen und Projekte machen – mit Menschen Dinge bauen.
00:26:48: Ob das jetzt physisch bauen ist, oder ob das Ideen sind, ob das Organisation von irgendetwas ist. Das ist immer das, was ich möchte.
00:26:56: Ich könnte mich nicht in mein Kämmerlein zurückziehen und irgendwelche Prompts schreiben und mich freuen, dass irgendwelche Webseiten da vom Himmel fallen.
00:27:05: Das wär's nicht für mich.
00:27:06: Für mich ist es die Kommunikation.
00:27:07: Ich gehe gerne ins Büro, ich bin gerne mit Menschen zusammen. Und die besten Momente entstehen doch am Kaffeeautomaten oder wenn man spontan anfängt, auf einem Whiteboard Ideen zu scribbeln.
00:27:18: Das ist das, was ganz viel Energie gibt.
00:27:22: Okay, prima.
00:27:24: Dann kommt jetzt noch... wir arbeiten ja auch schon seit ein paar Jährchen zusammen,
00:27:28: deswegen weiß ich, dass das jetzt deine persönliche Herausforderung ist:
00:27:32: Jetzt kommen ein paar Rapid-Fire-Fragen.
00:27:34: Du hast dreißig Sekunden Zeit für die Antwort. Nummer eins: ERP
00:27:41: in einem Wort?
00:27:43: Komplexe Prozesse eines Systems sinnvoll kombinieren.
00:27:49: Das größte Missverständnis über KI im Mittelstand?
00:27:56: Dass es hilft, ohne es zu verstehen.
00:28:00: Dass es funktioniert ohne Daten. Dass es funktioniert ohne Struktur.
00:28:04: Und was hörst oder liest du gerade,
00:28:08: was dich wirklich beschäftigt?
00:28:11: Ich bin so ein notorischer Spiegel-Online-Leser und ansonsten lese ich viele Bücher eher zur Ablenkung.
00:28:16: Ich könnte dir nicht mal genau sagen, welches Buch ich gerade auf dem Kindle lese.
00:28:19: Dass ist für mich so, wie andere Sport machen, ich lege mich hin und lese.
00:28:23: Also ich beschäftige mich nicht mit Fachliteratur.
00:28:28: Lieber Dirk, mir hat das sehr viel Spaß gemacht mit dir.
00:28:32: Ich danke dir ganz herzlich, dass du Teil unserer CoreShift by collana Folge warst.
00:28:38: Und gibt es noch eine konkrete Sache,
00:28:43: ein Takeaway, die du unseren Zuhörenden mitgeben möchtest, bevor wir uns jetzt gleich verabschieden?
00:28:51: Keine Angst davor zu haben, geschäftskritische Prozesse zu hinterfragen, und sie zu entwickeln.
00:28:59: Es einfach zu tun, auszuprobieren,
00:29:01: sich zu überlegen, wo will der Markt hin,
00:29:04: wo geht die Konkurrenz hin,
00:29:06: wo ist meine spezielle, besondere Wertschöpfung.
00:29:10: Und an der zu arbeiten.
00:29:12: Und nicht an dem, was alle anderen können, sondern meinen besonderen... Ja, was ist mein Alleinstellungsmerkmal im Markt. Das rauszuarbeiten und das zu entwickeln.
00:29:21: Dankeschön! Ja und ich bedanke mich auch noch bei unseren Tech-Freunden, die uns zugehört haben.
00:29:28: Und wenn es euch gefallen hat, dann folgt uns gerne und seid gespannt auf unsere nächste
00:29:46: Folge!
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