ERP-Wechsel im Handel: Warum das Lastenheft ausgedient hat
Shownotes
Was hat sich über die Jahrzehnte beim Verkauf von erklärungsbedürftiger Software verändert und worauf kommt es beim Wechsel eines ERP-Systems wirklich an? Ich spreche mit Dirk über mehr als drei Jahrzehnte Vertrieb, typische Auslöser für eine ERP-Ablösung und darüber, wie Händler eine Datenmigration sicher angehen können.
Außerdem geht es um die Frage, warum ein Lastenheft mit Tausenden Anforderungen nicht zum besseren Projekt führt, weshalb tiefes Branchenwissen und die richtigen Mitarbeitenden entscheidend sind und welche Rolle KI künftig bei Einkauf und Absatzprognosen spielen könnte.
(00:00:00) Vertriebserfahrung und Wandel im Softwareverkauf
(00:04:12) Warum Händler ein neues ERP-System brauchen
(00:06:27) ERP-Migration: Daten sicher ins neue System bringen
(00:08:17) Branchenlösung, Projektablauf und die richtigen Beteiligten
(00:13:30) KI, Netzwerken und partnerschaftlicher Vertrieb
(00:19:07) ERP-Auswahl: Anforderungen, Partner und Lastenhefte
(00:22:48) Welche Fragen KI und Handel künftig prägen könnten
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00:00:00: Welche Fragen, glaubst du, werden in fünf Jahren gestellt werden, die wichtig sind,
00:00:05: die heute noch nicht gestellt werden.
00:00:06: Ich könnte jetzt gut darauf, antworten welche Fragen immer bleiben werden:
00:00:11: Wie lange dauert es? Was kostet
00:00:15: das?
00:00:20: Moin Dirk, schön dass Du da bist!
00:00:22: Ja, vielen Dank erstmal für die Einladung.
00:00:25: Du bist ja wirklich ein alter Hase im Geschäft.
00:00:27: Über drei Jahrzehnte Vertrieb und Verkauf von erklärungsbedürftiger Software hast du schon auf dem Buckel.
00:00:35: Und da wäre auch gleich meine erste Frage.
00:00:37: Was hat sich denn beim Verkauf von Software jetzt in den letzten oder seit 1992
00:00:44: geändert und was ist denn vielleicht auch gleichgeblieben?
00:00:49: Gleichgeblieben ist tatsächlich der Entscheidungszeitraum vom ersten Kennenlernen bis zur Unterschrift bei den Interessenten.
00:00:56: Das hat sich so gut wie gar nicht verändert.
00:00:59: Was sich deutlich verändert hat, ist im Prinzip wie man dann mit den Interessenten kommuniziert.
00:01:06: Früher hat man super viele Präsenzbesuche gemacht.
00:01:10: Im Grunde genommen vom ersten Besuch bis hin nachher zur Vertragsunterschrift hat das alles vor Ort beim Interessenden stattgefunden.
00:01:17: Das hat im Grunde genommen den Hintergrund... Wir verkaufen ja und es waren auch schon immer seit '92 für mittelständische Unternehmen.
00:01:27: Das waren in der Regel immer inhabergeführte Unternehmen und die auch dann ja wirklich teilweise die höchsten Investitionen machen in IT- und Software,
00:01:38: die sie so jemals hatten, vergleichbar mit einem Lagergebäude oder einer Immobilie.
00:01:45: Ja und da musste man einfach dann bei den Inhabern natürlich vor Ort sein und darum werben, dass man da den Zuschlag bekommt.
00:01:55: Das geht im persönlichen Gespräch.
00:01:58: Früher war es so, da musste man einfach vor Ort sein.
00:02:02: Und heute ist es so, ich sag mal... Man trifft sich vielleicht noch einmal für so Detail-Termine, also wo man im Detail die Software beispielsweise vorstellt.
00:02:12: Das macht man eigentlich auch immer noch vor Ort, weil man dann da eigentlich immer noch viel besser kommunizieren kann, erklären kann.
00:02:19: Aber der Rest geht alles digital per Teams und so weiter.
00:02:23: Ja, das ist eigentlich so der Unterschied.
00:02:27: Und du bist ja, ich muss mal einmal kurz nachschauen, Diplom-Engineur für Produktionstechnik.
00:02:34: Wie landet man denn nach dem Studium direkt im Vertrieb?
00:02:37: Ja, tatsächlich, also Produktionstechnik ist so eine Mischung aus Maschinenbau und Betriebswirtschaft und wir hatten einen Prof an der Fachhochschule Bergedorf hier übrigens in Hamburg und der sagte, ich sei für den Vertrieb sehr gut geeignet.
00:02:56: Die Empfehlung habe ich dann einfach angenommen.
00:02:58: Gleich nach dem Studium die erste Anstellung war auch gleich ein Vertriebsjob.
00:03:04: Da haben wir ERP-Systeme verkauft für Fertigungsunternehmen.
00:03:11: Ok. In deinem LinkedIn-Profil
00:03:16: steht neben der
00:03:16: MAC,
00:03:17: neben dem Logo, "richtig handeln" – was bedeutet das?
00:03:23: Ja, das bedeutet im Grunde genommen... Das kann man ja aus mehreren Perspektiven betrachten und ich finde das passt zu unserer Zielgruppe so richtig gut, weil wir wie gesagt Handelsunternehmen adressieren, mittelständische, und das heißt, wie mache ich das richtig?
00:03:38: Wie kaufe ich ein?
00:03:39: Wie verkaufe ich?
00:03:40: Wie mache ich Marketing und Vertrieb?
00:03:42: Und wie mache Ich Logistik?
00:03:43: Also das sind ja alles Dinge wo man halt handeln muss und das finde ich von der Perspektive hier sehr passend und ich find's auch total passend zu dem, wie wir eigentlich mit unseren Interessenten und Kunden noch umgehen.
00:03:57: Da versuchen wir halt auch immer als Menschen richtig zu handeln.
00:04:01: Und diese Kombination
00:04:04: lebe ich und finde ich superklasse und passt zu unserem partnerschaftlichen Auftreten
00:04:10: einfach.
00:04:12: Das nimmt man so ein bisschen mit in den in den Alltag von den Händlern.
00:04:15: Also wenn sich jemand bei dir meldet, dann ist es ja, würde ich jetzt mal behaupten, meistens nicht weil jemand super vorausschauend ist, sondern weil wahrscheinlich schon mal irgendwas Negatives passiert ist.
00:04:25: Zum Beispiel beim Black Friday Peak hat das ERP-System versagt oder ähnliches.
00:04:30: Kannst du uns da mal so ein bisschen mitnehmen, was sind die typischen Gründe, warum Leute neues ERP-System suchen?
00:04:36: Ja,
00:04:37: die typische Gründe... Meistens wird das Wachstum behindert oder die alten Systeme können nicht mehr die modernen Verkaufskanäle bedienen, sodass man unterschiedliche Bestände in unterschiedlichen Systemen hat.
00:04:59: Aber im Grunde genommen sind es eigentlich immer dann so Themen, die auch echt schon existenzgefährdend sind.
00:05:07: Wir hatten das auch schon mal, dass der Wirtschaftsprüfer gesagt hat: "Mensch hier mit diesem Debitorenmanagement kann ich euch die nächste Prüfung nicht mehr geben."
00:05:14: Das sind denn immer so Zwänge wo man einfach sagt: "Okay jetzt muss sich hier unbedingt was tun."
00:05:21: Andere Gründe sind, wenn zum Beispiel AS/400-Systeme noch im Einsatz sind, dass dann die Mitarbeitenden so langsam in Rente gehen und einfach keiner mehr da ist, der das betreuen kann.
00:05:35: Das sind häufig Gründe. Und was jetzt auch immer mehr kommt ist halt, früher hat man ja pro Kanal quasi ein ERP System gehabt und heute ist es für die meisten Händler so, es soll völlig egal sein, wo der Kunde welchen Kanal benutzt und ich möchte dort eigentlich gebündelt alle Informationen zu diesem Kunden haben.
00:05:59: Und das kriegen moderne Systeme natürlich viel, viel besser hin.
00:06:04: Wo wir gerade über die Gründe sprechen:
00:06:07: Das Thema Migration ist ja auch momentan immer ganz groß bei der MAC, Migration von Navision oder nach Microsoft Business Central.
00:06:15: Da ist ja jetzt wenn ich mich nicht irre, Navision 2018, ich glaube Supportende ist am 11. Januar 2028.
00:06:25: Das ist ja nicht mehr so lange hin.
00:06:27: Gehst du davon aus, dass vielleicht jetzt gerade im nächsten Jahr nochmal ein paar Anrufe mehr kommen weil durch das drohende Supportende sich die eine oder andere Firma noch mal gezwungen fühlt, da was zu machen?
00:06:39: Das geht tatsächlich jetzt schon los.
00:06:41: Da sieht man auch wie langläufig diese Themen sind.
00:06:45: Aber wir kriegen jetzt vermehrt Anfragen von Navisionhändlern, die dann sagen: "So, ich möchte mich jetzt eigentlich neu orientieren" und dann ist ja Business Central auch die logische Folge, dass man das nimmt.
00:06:58: Und gerade bei dem Thema Datenmigration, das ist in der Vergangenheit bei den Projekten immer so ein Risiko gewesen und da haben wir in den letzten Jahren auch echt ein super Vorgehen entwickelt und auch Software-Tools entwickelt, um bei dieser Datenmigration beispielsweise einfach kontrolliert vom Ist-Zustand in den Soll-Zustand zu kommen mit automatisierten Testläufen.
00:07:28: Da nehmen wir den Kunden dann auch super eng an die Hand und können durch diesen schwierigen Prozess führen.
00:07:36: Aber da ist Migration, wie gesagt, nur ein Baustein.
00:07:40: Wir nehmen ihn sonst auch sehr eng an die Hand und führen ihn quasi durch. Ja, ERP hat ja nicht den besten Ruf, ERP-Wechsel, hört man auch immer wieder.
00:07:49: "Wir können zwei Wochen nicht raussenden" oder solche Dinge.
00:07:54: Aber dadurch, dass wir halt im Handel schon so ewig unterwegs sind, wissen wir auch die Wichtigkeit dieses ERP-Systems und was das bedeutet für einen Händler, wenn er keine Ware versenden kann.
00:08:07: Und insofern haben wir uns da sehr viel Gedanken gemacht. Datenmigration ist ein Risikofaktor.
00:08:15: Ja, das spricht sowas Gutes an.
00:08:17: Also die Lösung von der MAC ist ja diva, eine Branchenlösung für den E-Commerce und Omnichannel-Handel.
00:08:26: Das ist dann schon sehr speziell, also hat eine besondere Leistungsfähigkeit.
00:08:32: Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass wenn sich Leute melden, dass da immer ein Satz fällt und zwar: "Bei uns ist alles ein bisschen anders."
00:08:41: Das ist wahrscheinlich ein Satz, den du schon oft gehört hast.
00:08:46: Inwiefern ist denn diva in diesem speziellen Fall dann jetzt auch flexibel genug um auf solche Anfragen reagieren zu können?
00:08:53: Ja, also witzigerweise geht es tatsächlich fast andersrum, dass die Kunden sagen "Ja Mensch, ich bin noch Händler, ich kaufe Ware eine und verkaufe die –
00:09:01: das ist doch Standard. Das muss doch Standard sein.
00:09:05: Und tatsächlich sind gibt es immer irgendwelche Besonderheiten, dass man einen Altersnachweis machen muss, oder was auch immer.
00:09:14: Und das ist ja eine Besonderheit unserer Lösung.
00:09:19: Dadurch, dass wir spezialisiert sind auf den Handel, kriegen wir unglaublich viele Funktionalitäten mit, wo sich unsere Interessenten und Kunden auch echt sofort schon heimisch fühlen.
00:09:28: Aber trotzdem gibt es immer noch einen Part, den wir dann entwickeln müssen, anpassen müssen.
00:09:34: Oder bei dem alten System war es so, bei den NAV-Systemen insbesondere, dass nachher soviel daran gebaut wurde, dass das ein riesen Monolit geworden ist.
00:09:44: Und das ist der große Unterschied zu heute.
00:09:47: Wir können mit der Technologie, wie wir sie heute einsetzen, auch diese individuellen Erweiterungen plus diva, plus Business Central Standard als eine Einheit releasefähig halten.
00:10:00: Und das ist ein Riesenmehrwert für die Unternehmen, weil man damit auch sichergestellt hat, dass man technologisch immer up-to-date bleibt.
00:10:10: Und bis wohin genau geht deine Rolle in so einem typischen Prozess jetzt mit den Kunden?
00:10:16: Also das geht los im Grunde genommen mit dem Erstgespräch, dass wir mal so einen Überblick zeigen.
00:10:21: Wer ist MAC?
00:10:23: Was haben wir für Erfahrungen im Handel?
00:10:24: Wie machen wir Projekte?
00:10:26: Da machen wir eine Überblickspräsentation.
00:10:28: Welche Funktionen kann diva erfüllen?
00:10:33: In der Regel machen wir dann eine Softwarepräsentation und Lösungspräsentation, das heißt auch wir stellen immer sehr detailliert dar, wie wir die Projekte einführen, was für Aktivitäten wir da haben.
00:10:48: Ich bin quasi der Projektleiter bis zur Vertragsunterschrift. Aber ab dem ersten Detailtermin sind natürlich auch schon unsere Projektleute immer dabei.
00:10:58: Wir versuchen es auch immer so zu koordinieren, die Termine, dass derjenige schon bei diesen Detailterminen dabei ist, der dann später auch die Projektleitung übernimmt, weil das ist das Allerwichtigste.
00:11:10: Dass man einfach den Händler auch versteht und dann sofort im Projekt auf Augenhöhe mit ihm dann auch die Herausforderungen da besprechen kann.
00:11:19: Das wäre nämlich meine nächste Frage gewesen.
00:11:21: Also wenn du eine Produktpräsentation machst, so aus deiner Erfahrung: Wer muss da mit sitzen und sich das angucken und wer vielleicht auch eigentlich nicht?
00:11:28: Oder gibt es immer wieder so wiederkehrende Muster, dass da oft vielleicht Personen mit sitzen, für die das in diesem Schritt noch gar nicht eigentlich relevant ist.
00:11:36: Wie ist das bei dir?
00:11:38: Ja, also ich bin tatsächlich ein großer Freund davon, möglichst frühzeitig die Vertreter der einzelnen Fachabteilungen mit dazuzuholen, damit sie sofort in den ganzen Prozess integriert sind. Weil das ist ja auch ein Thema bei ERP-Projekten, da wird ja eigentlich das ganze Unternehmen angesprochen,
00:11:59: bei diesem Wechsel aktiv mitzuarbeiten und die Key-User spielen eine wesentliche Rolle.
00:12:05: Wenn die Mitarbeiter eines Handelsunternehmens nicht mitarbeiten, dann wird das Projekt auch nix.
00:12:15: Haben wir aber noch nie erlebt tatsächlich. Also ich persönlich noch nicht.
00:12:22: Gibt es denn auch Momente, wo du sagst, nein das passt nicht?
00:12:28: Oder ist alles erstmal...
00:12:31: Nee, nee. Also ich sage mal, so lange es Handel ist, sind wir fast immer dabei.
00:12:41: Aber wir haben auch schon Anfragen bekommen, wo wir dann zum Beispiel viel Projektverwaltung machen oder Vertragsverwaltungen.
00:12:48: Das kriegen wir aber auch schon sehr früh raus.
00:12:50: Also in den Erstgesprächen haben wir eigentlich immer so einen Katalog, den wir da abfragen und wenn da irgendwelche Dinge sind, wo wir uns echt nicht auskennen oder großartig was entwickeln müssen, dann sagen wir eigentlich: "Hier, das passt nicht". Genauso wie die Größenordnung.
00:13:06: Also wir adressieren ja so Unternehmen, ich sage mal so ab zwanzig, dreißig Leuten, das ist immer schwierig so mit Zahlen.
00:13:13: Ich sage eigentlich immer, wir adressieren Handelshäuser, die automatisieren müssen.
00:13:19: Das ist eine bessere Aussage, weil das ist das, was wirklich unsere Paradedisziplin ist: Prozesse verstehen und automatisieren.
00:13:30: Wo du gerade über automatisieren sprichst: Es kommen ja sicherlich jetzt auch mal mehr Anfragen, die ein bisschen über reines ERP hinausgehen,
00:13:37: also Stichwort Daten und KI.
00:13:39: Was sagst Du den Kunden dann, wenn solche Anfragen kommen?
00:13:41: Ja, also tatsächlich können wir ja mit diva sowohl ERP, CRM und Logistik sehr gut abbilden.
00:13:52: Und KI setzen wir natürlich schon dort ein, wo wir jetzt auch Lösungen entwickelt haben. Zum Beispiel im Kundenservice, dass man dort die KI quasi sprechen lassen kann, da können wir auch super sinnvolle Ergänzungen machen.
00:14:15: Ja, und ansonsten setzen wir KI bei uns natürlich in der Entwicklung schon ein, wodurch wir auch ein bisschen schneller werden.
00:14:24: Das ist auch immer die große Hoffnung, gerade bei so einem Thema wie Schnittstellen.
00:14:28: Bei unseren großen Projekten haben wir mehr als achtzig Schnittstellen teilweise realisiert.
00:14:35: Und je schneller man wird in der Entwicklung
00:14:38: dieser Schnittstellen, desto günstiger wird es ja dann letztendlich auch.
00:14:46: Wenn ich jetzt mal ein bisschen das Thema wechsel, wenn ich nun nochmal auf den Vertrieb zu sprechen komme:
00:14:52: Ich glaube für jeden Vertriebler ist ein gutes Netzwerk fast die halbe Miete,
00:15:00: für diesen Job würde ich sagen. Und gerade du bist sehr umtriebig überall unterwegs.
00:15:07: Also man schließt auch manchmal Kontakte, nicht unbedingt jetzt im Businesskontext, sondern auch an anderen Orten zum Beispiel beim Tischtennisspielen.
00:15:15: Meine große Leidenschaft.
00:15:17: Deine große
00:15:17: Leidenschaft, das Tischtennis.
00:15:20: Ja.
00:15:20: Erzähl mal ganz kurz von deinen Erfolgen, bevor ich sie falsch aufzähle.
00:15:26: Ja, ich sag mal, es gibt ja Talente und Arbeiter!
00:15:28: Ich bin also eher Arbeiter, aber war sehr fleißig.
00:15:30: Also da haben wir mal in der Oberliga gespielt, aber das ist auch schon gar nicht mehr wahr.
00:15:36: Das ist schon jetzt so zwischen dreißig und vierzig Jahren her, ja und dann bin ich mal Kreismeister geworden.
00:15:43: Also auf kleinem Niveau, aber macht mega Spaß!
00:15:46: Und jetzt im Jugendbereich halt aktiv.
00:15:49: Ja, das ist doch cool.
00:15:49: Und so dieses... naja es ist natürlich ein sehr gezeichnetes Bild.
00:15:53: Also als Trainer, ne?
00:16:01: Aber worauf ich so ein bisschen hinauswill: Dieses schnelle Hin und Her, das schnelle Wechseln –
00:16:07: konntest du zu dir davon irgendwie ein bisschen was abschauen für deine Arbeit?
00:16:10: Also ist es dieses schnelle Reagieren auf vielleicht auch mal Anfragen, die einen so ein bisschen aus der Bahn werfen oder so,
00:16:17: ist da eine Verbindung?
00:16:18: Das ist ja im Leistungssport häufig, diese Beharrlichkeit und dass man immer versucht das Beste zu geben und dass man sich quasi ein Spielsystem oder Technik ausdenkt und die versucht man halt dann zu leben und ja, zu bringen halt einfach.
00:16:40: Ist schon mal ein Kontakt zustande gekommen für einen Auftrag?
00:16:46: Beim Sport? Ja, witzigerweise erst hinterher.
00:16:49: Also es ist unfassbar, wie viele Tischtennis spielen.
00:16:53: Also auch das ist ja das Schöne
00:16:55: bei dem Sport: Das kann ja jeder. Also weißt du ja auch, also was weiß ich, "Runde" und so weiter.
00:17:01: Das macht ja auch immer mega Spaß.
00:17:03: Und tatsächlich hatten wir das letztens gerade. Da hatten wir bei einem Interessenten, der spielte auch sehr ausgiebig Tischtennis und wir hatten dann festgestellt in der Pause, Mittagspause – das ist ja Hauptarbeitszeit des Vertrieblers –
00:17:21: da haben wir festgestellt, dass wir sogar die gleichen Bekannten haben im Umfeld. Aber das ist ja auch so ein bisschen unser Dasein bei MAC und bei diva.
00:17:36: Wir präsentieren uns ja als Menschen und versuchen halt nicht nur ERP – das ist auch ehrlich gesagt ein bisschen staubig, sage ich mal!
00:17:50: Aber wir wollen ja mit den Menschen zusammen was machen.
00:17:53: Und das ist eigentlich unser Ansatz auch bei diesem partnerschaftlichen Ansatz, dass man sagt: "Du findest mit uns ein Gegenüber, der Lust hat,
00:18:04: dich erfolgreich zu machen". Und das passt sehr gut zum Sport.
00:18:11: Also da ist es ja auch so wenn wir da also wir haben wir wir unterstützen ja von breiten sport bis spitzen sport alle möglichen und jeden einzelnen kann man trotzdem da wo er ist abholen und zu besseren Ergebnissen und leistungen irgendwie führen.
00:18:27: Ja, also ich kann das jetzt auch aus Marketing-Sicht.
00:18:31: Also ich sitze ja in der collana Holding, praktisch in der Muttergesellschaft von der MAC.
00:18:38: Und ich kann es auch bestätigen, dass tatsächlich sich der Ruf der MAC rumspricht und dass das auch einer der Haupt-Akquisekanäle ist, dieses Empfehlungsmanagement.
00:18:48: Also wir machen da gar nicht so extrem viel marketingseitig im Sinne von Neukundengewinnung.
00:18:54: Also es ist mehr der Fokus tatsächlich auch auf Bestandskunden und da sind ja wirklich viele schon seit zwanzig Jahren irgendwie dabei, also von der Seite aus scheint schon was dran zu sein.
00:19:07: Genau. Wir hatten eben schon einmal kurz das Thema KI oder Zukunft von ERP so ein bisschen angeschnitten. Wenn du heute einem Verantwortlichen, der auf der Suche nach einem neuen ERP-System ist, vor Dir hättest –
00:19:21: welchen Rat würdest du ihm geben, bevor er jemandem anruft?
00:19:27: Also erstmal grundsätzlich, aber wirklich auf Überschriftenebene, darstellen welche Anforderungen man hat.
00:19:34: Also bloß kein Lastenheft oder sowas.
00:19:37: Ein Lastenheft oder Pflichtenheft muss man ja sagen, was man früher gemacht hat, das passt einfach nicht mehr.
00:19:43: Da habe ich so viele Projekte erlebt, wo man Monate oder jahrelang aufgeschrieben hat, wo man eigentlich hinmöchte und in der Realität war es dann nachher komplett anders, weil auch einfach so viel Zeit ins Land gegangen ist.
00:19:58: Oder sich das Geschäftsmodell geändert hat.
00:20:00: Also das ist das eine. Und das andere
00:20:04: dann: genau gucken. Der Partner, der Microsoft-Partner, in welcher Branche ist er unterwegs und nimmt er mich eigentlich mit?
00:20:13: Ich will ja nicht als Interessent oder Kunde einfach meine Anforderungen loswerden, sondern ich möchte hier auch beraten werden.
00:20:20: Und wenn der Kunde beispielsweise oder der Interessant sagt, ich möchte diesen Prozess so und so herum haben und man weiß also in der Logistik zum Beispiel, wenn einer sagt, er will Platzlagerhaltung haben und man weiß aber, mit der Chaotik, also mit einer chaotischen Lagerplatzhaltung wird der tausendmal besser sein
00:20:44: und auch mehr Kapazitäten schaffen im Lager, dass man den dann an die Hand nimmt und dann vielleicht zu einem Bestandskunden von uns hinfährt und sagt: "Guck mal, der arbeitet so und wäre das nicht auch was für euch?"
00:20:58: Und dann über den Mehrwert, den er hat, versucht dem Kunden das dann halt näherzubringen und den abzuholen.
00:21:03: Das sind eigentlich auch immer Dinge, die wir versuchen da zu leben.
00:21:08: Bei einer Sache muss jetzt noch mal kurz einhaken, weil das würde mich wirklich interessieren:
00:21:11: Du hast gerade das Thema Lastenheft angesprochen.
00:21:14: Jetzt einmal so Hand aufs Herz: In den letzten vierunddreißig Jahren – was war das längste Lastenheft,
00:21:20: das du je gesehen hast und wie viel davon war am Ende wirklich noch relevant für das Projekt?
00:21:27: Oh!
00:21:28: Das längste... Da muss ich mal kurz nachdenken.
00:21:31: Die längsten waren natürlich immer die Jüngsten aber... Naja, also wir hatten schon mal Lastenhefte, wo so zweieinhalbtausend Anforderungen in Excel niedergeschrieben worden sind.
00:21:49: Und das Projekt wurde dann aber komplett agil abgewickelt oder umgesetzt. Und ich will nicht sagen die Arbeit war... Also man hätte das viel, viel kürzer fassen können.
00:22:03: Man will ja auch das was... die Software selber entwickelt sich ja auch weiter.
00:22:06: Und wenn ich aufschreibe, wie jetzt meine Ist-Situation ist und gibt dass einem Anbieter,
00:22:14: dann versucht er natürlich, diese Ist-Situation mit seiner Software abzubilden, aber da will ich vielleicht als Unternehmen gar nicht hin.
00:22:23: Das deckt sich ein bisschen mit dem, was du eben gesagt hast.
00:22:25: Also Lastenheft kann erst mal...
00:22:28: Auf Überschriften-Ebene: Ich möchte in fünf Jahren da und da sein –
00:22:32: also damit kann man super viel anfangen.
00:22:35: Und dann kann man sich als Anbieter ja auch Gedanken machen, Mensch,
00:22:39: was aus diva
00:22:41: kann der besonders gut benutzen, um dieses Ziel zu erreichen?
00:22:48: Okay und vielleicht als Abschlussfrage: Welche Fragen, glaubst du, werden in fünf Jahren gestellt werden, die wichtig sind, die heute noch nicht gestellt werden.
00:23:01: Oh!
00:23:03: Ich könnte jetzt gut darauf antworten, welche Fragen immer bleiben werden: Wie lange dauert es? Was kostet das?
00:23:15: Auch so im Rahmen der ganzen KI-Entwicklung.
00:23:18: Ja, ja, also was heute tatsächlich noch nicht gefragt wird, ist, wie viele Leute kann ich quasi einsparen?
00:23:23: Da könnte ich mir vorstellen, dass das irgendwann mal kommt.
00:23:27: Ja, ansonsten, also KI-Stand heute ist ja immer noch so, dass man das als Vorschlagsystem verstehen muss. Und ich kann mir vorstellen, in fünf Jahren werden...
00:23:38: im Einkaufsbereich kann ich mir vorstellen, dass da völlig andere Möglichkeiten da sind,
00:23:43: andere Fragen gestellt werden, so Prognosesysteme. Da ist ja KI eigentlich ja schön geeignet und dass man einfach sagt, dass die KI einfach noch besser vorhersagt, was geht im nächsten Jahr.
00:23:58: Das ist ja das, was ein Händler interessiert.
00:24:00: Also wichtig ist natürlich auch, was habe ich am Lager und wie kriege ich das möglichst schnell weg?
00:24:04: Aber es ist natürlich mega spannend.
00:24:09: Was kann ich im nächsten Jahr verkaufen, da werden bestimmt Fragen kommen, die sagen so: Welche Farben sind im nächsten Jahr interessant?
00:24:21: Welche Styles sind im nächsten Jahr interessant und werden nachgefragt?
00:24:27: Und da wird glaube ich noch super viel auf uns zukommen.
00:24:32: Klar.
00:24:34: Dirk!
00:24:35: Dann sind wir auch fertig mit der heutigen Folge.
00:24:38: Ja.
00:24:39: Danke dir für deine Zeit.
00:24:40: Schon rum?
00:24:41: Bitte.
00:24:42: Schon rum die Zeit
00:24:44: Die halbe Stunde geht ja da noch immer schnell vorbei.
00:24:46: Ja, das ist so!
00:24:46: Also, ich danke dir für deine Einblicke.
00:24:49: Wirklich spannend. Und
00:24:53: wenn ihr gerne weiter CoreShift hören möchtet, dann folgt uns doch gern bei YouTube, Spotify, Apple Podcast –
00:24:59: überall wo es Podcasts gibt, findet ihr auch CoreShift. Und in diesem Sinne – wir hören uns!
00:25:06: Danke Dirk und bis bald!
00:25:08: Ja, ich danke.
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